Sonntag, 29. Jänner 2012

Batman: The Movie (1989)


Erinnert sich noch jemand an die Firma Ocean? Die haben in der glorreichen Heimcomputerzeit mit sicherem Geschäftssinn zahlreiche Filmlizenzen aufgekauft und dazu dann Computerspiele auf den Markt gebracht - die sich nicht unbedingt immer wegen ihrer Qualität verkauften, sondern weil sie als Merchandising funktionierten. Die meisten Ocean-Games waren gewöhnliche Action- und Geschicklichkeitsspiele, die auf die Filmfiguren hingetrimmt wurden, und mitunter auch Sammlungen von Mini-Games, die dann verschiedene Situationen aus dem Film ins Gedächtnis riefen. RAMBO, ROBOCOP, LETHAL WEAPON und HIGHLANDER: Ocean war wegweisend darin, wie man aus einer Filmmarke auch spieltechnisch Kapital schlagen kann.

Im Zuge der 1989 grassierenden Batmania - da kam Tim Burtons BATMAN mit Michael Keaton und "Joker" Jack Nicholson auf die Leinwände und spielte mit seinem stilvollen Design im Handumdrehen ein mittelgroßes Vermögen ein - war es also quasi Ehrensache, daß Ocean wieder zuschlagen würde. Wobei die Firma schon 1986 mit dem isometrischen Action-Adventure BATMAN (für den CPC, den MSX und den Spectrum) und 1988 mit dem Seitenscroller BATMAN: THE CAPED CRUSADER (diesmal auch für C64, Amiga und ST) Spiele mit dem maskierten Rächer vorgelegt hatte, die sich aber an keine bestimmte Vorlage außer an das Bat-Universum selbst halten mußten. Für das eher mißverständlich betitelte BATMAN: THE MOVIE (müßte es nicht BATMAN: THE GAME lauten?) mußte die Firma also nun den entsprechenden Kinofilm begutachten und daraus Spielsituationen extrahieren. Das Ergebnis sind quasi vier Einzel-Spiele auf fünf Levels, in denen man Burtons Story von der Entstehung des Jokers bis zu seiner Vernichtung nachspielt.


Level 1 ist eine Plattform-Geschichte, die man mit "Jump'n'Run" bezeichnen würde, wenn man rennen oder springen könnte. Batman schleicht hier auf der Suche nach Ganove Jack Napier durch die Axis-Chemiefabrik und muß sich Napiers Handlanger sowie herumlaufender Polizisten erwehren. Die Fabrik ist ein ziemlich unübersichtliches Labyrinth, und nur selten kann man über Leitern auf höher- und tieferliegende Plattformen klettern - meistens muß man sich stattdessen mit dem Batseil nach oben hangeln, nach unten herablassen bzw. über Abgründe hinweg schwingen. Zu tiefe Stürze sind dabei natürlich ebenso tödlich wie zu viele Treffer durch die Schüsse und Wurfgeschosse der Gegner (die man umgekehrt mit dem Wurf eines Batarangs erledigen kann). Außerdem problematisch: heruntertropfende Säure und natürlich ein Zeitlimit, das den Spieler zwingt, innerhalb von sechs Minuten den richtigen Weg zu finden und Napier zu besiegen - der dann wie im Film in ein giftiges Faß fällt und zum Joker mutiert.


In Level 2 steuert man das Batmobil durch die Straßen von Gotham City und muß innerhalb von zwei Minuten die richtigen Abzweigungen erwischen und zur Bathöhle gelangen. Während die Sequenz auf dem Amiga als 3D-Rennen im Stil von OUTRUN gehalten ist, fährt man auf dem C64 seitwärts scrollend durch die Stadt, weicht dem Verkehr aus und biegt ab, sobald ein entsprechender Pfeil auftaucht (da man in der seitlichen Ansicht also auch nur nach links abbiegen kann, drängt sich mir der Verdacht auf, daß Batman nicht den kürzesten Weg zum Ziel nimmt - oder daß sein Bat-Nawi ein Update vertragen könnte). Das ist nicht ganz easy auf dem Amiga, aber auf dem C64 kein wirkliches Problem für jemanden, der sich schon einmal durch den Münchner Feierabendverkehr gewälzt hat.


Level 3 ist das kleinste Spiel: Der Joker hat diverse Produkte mit giftigen Chemikalien versehen und man muß innerhalb von einer Minute auf einer größeren Auswahl mittels Ausschlußverfahren die drei kontaminierten Objekte finden. Man sucht sich also drei Gegenstände aus und der Bat-Computer verrät einem, wieviele richtige dabei sind - und so arbeitet man sich durch. Als Knobeleinlage ist das ganz nett, aber nicht wirklich als vollwertige Spielstufe anzusehen.


Im vierten Level steuert man das Bat-Flugzeug und muß die mit Giftgas gefüllten Ballons entsorgen, die der Joker auf Gothams Straßen angebracht hat. Dazu muß man mit dem Flieger das Seil kappen, mit dem die Ballons angebracht sind - und weil die Dinger sich bewegen, trifft man gerne mal den Ballon selbst, der dann platzt und Energie abzieht. Auch hier unterscheiden sich die Versionen am Amiga und auf dem C64 dahingehend, daß bei ersterem die Sequenz in 3D gespielt wird, während sie am Brotkasten seitlich scrollend vonstatten geht. Das Zeitlimit ist hier erstmalig einfach eine Anzeige, wie lange man noch Ballons entsorgen muß. Als Zwischensequenz okay, aber auch keine wirkliche Herausforderung.


Level 5 funktioniert nach demselben System wie der erste: Man kämpft sich über diverse Plattformen durch die Kathedrale in Gotham und muß wiederum innerhalb von ein paar Minuten den Joker davon abhalten, mittels Helikopter zu flüchten. Im Gegensatz zum ersten Level gibt es hier noch Bodensegmente, die man nicht berühren darf, und einen viel vertrackteren Aufbau, der einen auch gerne mal im Kreis oder in Sackgassen laufen läßt.

Die wirkliche Herausforderung des Spiels - zumindest in der C64-Version - sind also die beiden Plattform-Levels, die gleichzeitig auch diejenigen sind, die am interessantesten und spannendsten sind. Genaugenommen hätte es gerne mehr von diesen Levels geben können: Mit 10 solcher Spielstufen und einem Verzicht auf die anderen Segmente wäre BATMAN: THE MOVIE ein richtig gutes Spiel geworden, das einen lange auf Trab gehalten hätte. So ist es zwar ein technisch sauberes, kurzweiliges und durchaus schönes Game, aber die einzelnen Herausforderungen sind zu schnell bewältigt - auch wenn Levels 1 & 5 einen eine Zeitlang auf Trab halten - und das Spiel als solches ist zu uneinheitlich. Zumindest stellen die Fahr- und Flugsequenzen am Amiga eine härtere Nuß dar, was der Spieldauer zugute kommt - und dennoch macht das Game stets den Eindruck, als wäre es etwas mit der heißen Nadel gestrickt worden. Was angesichts der Herstellerfirma kein allzu abwegiger Gedanke sein mag.

Natürlich ändert das rein gar nichts an der Tatsache, daß ich Gotham City gerettet habe und jetzt ein Held bin. Kann ja nicht jeder von sich behaupten.





Die Screenshots stammen von der Seite Mobygames und aus dem Blog Planet Bob.

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Sonntag, 08. Jänner 2012

The Ward (2010)



Nach Jahren der Ruhepause erscheint ein neuer Film von Horrorlegende John Carpenter auf der Kinoleinwand: THE WARD. In der in den Sechzigern angesiedelten Spukgeschichte wird eine Brandstifterin in eine Nervenheilanstalt eingeliefert, wo sie von einem umhergehenden Geist heimgesucht wird. Auch die anderen Insasinnen haben offenbar schon Begegnungen mit der Erscheinung gehabt, aber das Personal will davon natürlich nichts wissen ... Nach der Sichtung des Films diskutieren Genzels zwei Persönlichkeiten - der Filmliebhaber (Genzel privat) und der Kritiker (Genzel kritisch) - über den Streifen, bevor sie vom Personal wieder aufs Zimmer gebracht werden.

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Genzel (privat): Ein neuer Film von John Carpenter! Ich bin immer noch ganz aufgekratzt!

Genzel (kritisch): Ich auch. Carpenter ist ja nun wirklich ein Regisseur, auf den wir uns beide einigen können. Er bedeutet dir und mir etwas.

Genzel (privat): Aber hallo. Carpenter war der erste Regisseur, den ich bewußt als Regisseur wahrgenommen habe. Natürlich war schon vorher schon klar, daß da jemand den Film leitet: Spielberg, Hitchcock, natürlich. Aber als ich damals - ca. 1994 muß das gewesen sein - diese Reihe mit HALLOWEEN, ASSAULT ON PRECINCT 13, THE FOG und DIE KLAPPERSCHLANGE gesehen habe, hab' ich zum ersten Mal verstanden, was für eine starke Handschrift ein Filmemacher haben kann. Die Tatsache, daß er neben Regie und Buch auch noch komponiert hat, hat ihn natürlich nur noch interessanter gemacht. Und nach all diesen vier dichten, spannenden, aufregenden Meisterwerken habe ich mich dann daran gemacht, all seine anderen Filme aufzuspüren und anzusehen. Letzteres immer und immer wieder.

Genzel (kritisch): Das hat ja dann letztlich dazu geführt, daß ich meine Diplomarbeit über das Gesamtwerk von Carpenter geschrieben habe. "The Films of John Carpenter". Eine umfassende Analyse seiner Filme auf glorreichen 144 Seiten.

Genzel (privat): Anstoß dazu war ja auch dieser alte Artikel in irgendeiner Cinema-Ausgabe, wo Carpenter als ausgebrannt und gescheitert beschimpft wurde ...

Genzel (kritisch): ... und fast all seine Filme nach der KLAPPERSCHLANGE heruntergemacht wurden. Stimmt. Dabei haben auch viele seiner späteren Filme so viel zu bieten. Und selbst seine nicht gar so gelungenen bieten immer noch viele interessante Aspekte, starke Ideen, gutes Handwerk - und sie passen viel mehr in sein Gesamtwerk, als ihnen zugestanden wird, stilistisch wie thematisch.

Genzel (privat): Die sind alle super. Sogar GHOSTS OF MARS.

Genzel (kritisch): Ah, das sag mal lieber nicht zu laut. Du findest den wirklich gut, oder?

Genzel (privat): Ich finde ihn unterhaltsam.

Genzel (kritisch): Aber du fandest ja auch alle POLICE-ACADEMY-Sequels toll.



Genzel (privat): Jaja, jetzt lenk mal nicht ab. Hier geht's um Carpenters neuen Film, THE WARD. Immerhin sein erster Kinofilm seit fast 10 Jahren! Abgesehen von den beiden Fernsehepisoden CIGARETTE BURNS und PRO-LIFE war er ja mehr oder weniger im Ruhestand - und nach eigenen Aussagen schwer ausgebrannt.

Genzel (kritisch): Was man den letzten Werken ja auch ein wenig angesehen hat. CIGARETTE BURNS war ein cleveres kleines Horrorspiel, das thematisch perfekt zu seinem immer noch unterschätzten Spätwerk DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS paßt (wann kommt da eigentlich endlich eine BluRay?). Aber GHOSTS OF MARS und PRO-LIFE waren doch nur aufgewärmte Genrefilme, eine Neuauflage von allem, was wir schon oft genug von Carpenter gesehen haben. Nur, um es mit Professor Bömmel zu sagen, nicht so schön.

Genzel (privat): Ja nun, sie funktionieren als Genrefilme. Der eine ein augenzwinkernder Science-Fiction-B-Western, der andere ein Horrorspuk im Stil von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT. Handwerklich völlig in Ordnung, und mehr wollen die Dinger ja gar nicht sein. Ist ja auch nicht das erste Mal in seinem Leben - denk an seinen TV-Thriller DAS UNSICHTBARE AUGE.

Genzel (kritisch): Der immerhin eine reizvolle Umkehrung von DAS FENSTER ZUM HOF darstellt und nicht Themen durchkaut, die er schon oft genug zuvor behandelt hat.

Genzel (privat): Und wieder weicht unsere Diskussion nach und nach von dem Film ab, über den wir eigentlich reden wollten. THE WARD. War das für dich nicht genauso aufregend, Carpenters Namen wieder einmal im Vorspann eines neuen Films zu lesen? Meine Güte, was hab' ich dem Film entgegengefiebert.

Genzel (kritisch): Ja, ich war auch aufgeregt. Aber ich hab' versucht, mich da etwas zurückzuhalten. Selbst Carpenter bezeichnet seinen neuen Film erstmal einfach als Fingerübung, mit der er wieder Blut lecken wollte, sozusagen. Er wollte schauen, ob er noch Spaß dran hat, Filme zu machen.

Genzel (privat): Das stimmt und ich glaube ihm das auch. Andererseits paßt die Tiefstapelei aber auch zu einem Mann, der von seinen eigenen Fähigkeiten als Komponist einfach nur sagt, daß er der Billigste sei, den er kriegen könnte. Will sagen: Er würde sich sich eh nie hinstellen und sagen, wie toll der neue Film ist.

Genzel (kritisch): Jedenfalls kann man definitiv sagen, daß der Film zu Carpenter paßt. Es ist ein Carpenter-Film, auch wenn Buch und Musik von anderen stammen. Eine Frau in der Nervenheilanstalt wird von einem Geist heimgesucht: Das ist exakt die Art von isoliertem Setting, in dem er seine Figuren immer wieder gerne aufeinanderprallen läßt. Auch der Einbruch des Übernatürlichen, des "Außer-Gewöhnlichen" in den Alltag sehen wir hier. Und das Personal der Anstalt, das unsere Heldin unnachgiebig mit Tabletten abfüttert und ihr kaum zuhört: Da steckt wieder dieses tiefe Mißtrauen gegen Autorität drin, das sich durch alle Carpenter-Filme zieht - selbst die untypischen wie STARMAN und JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN.



Genzel (privat): Richtig, richtig. Und weil er das Setting kennt, weiß er auch genau, wie er darin eine spannende Geschichte erzählt. Er läßt die Kamera dezent durch die Gänge kriechen, er baut die Spannungskurve so auf, daß du immer neugierig bist - und gleichzeitig verwendet er in der ersten Filmhälfte recht viel Zeit darauf, unsere Verbindung zur Hauptfigur zu stärken, indem wir ihren Alltag durchleiden müssen. Er setzt ein paar schöne Schockmomente ein und hat den ihm so typischen Rhythmus des Films souverän im Griff.

Genzel (kritisch): Ja, da stimme ich dir in allen Punkten zu ...

Genzel (privat): Aber?

Genzel (kritisch): Aber: Wie du schon sagst, kennt er das Setting. Und wir kennen es auch. Die kleine isolierte Gruppe im eingeschlossenen Raum, das hat er doch schon so oft erzählt.

Genzel (privat): Aber noch nicht in einer Nervenheilanstalt, wo einem selbstverständlich niemand glaubt, daß man einen Geist gesehen hat oder daß etwas Merkwürdiges vor sich geht.

Genzel (kritisch): Zugegeben. Unsere Heldin wird damit mehr zur Einzelkämpferin als die Gruppe in Carpenters DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT, wo ja auch übernatürliche Vorgänge erforscht wurden. Und doch versucht sie dann die anderen Insasinnen zum Team zusammenzuschweißen, um aus der Anstalt zu entfliehen.

Genzel (privat): Das ist wieder das Howard-Hawks-Motiv, von dem du immer redest, oder?

Genzel (kritisch): Jup. Also schön: Das Setting ist nicht wahnwitzig originell, aber hat durchaus einen gewissen Reiz.

Genzel (privat): Und jetzt höre ich wieder ein neues Aber kommen.

Genzel (kritisch): Aber: Trotzdem sticht hier nichts wirklich heraus. Klar ist alles solide gemacht - aber mehr eigentlich auch nicht.



Genzel (privat): Ich gebe ja auch zu, daß ich mir etwas mehr Pfiff erwartet hätte, etwas, das mehr überrascht, begeistert. Aber die Sache nun einfach als "solide" abzutun, klammert ja die Tatsache aus, daß der Film spannend ist. Er funktioniert.

Genzel (kritisch): Und das, hm - sagen wir mal: - etwas billige Aussehen des Geistes hat dich nicht gestört?

Genzel (privat): Naja. Billiges Make-up hat doch den wunderbaren DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT für dich auch nicht ruiniert, oder?

Genzel (kritisch): Mmmmmmmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhhhrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrnein. Nicht wirklich. Aber schöner wär's trotzdem ohne diese Pizzamasken.

Genzel (privat): Reden wir doch mal über das, was am auffälligsten enttäuscht. Der Schluß.

Genzel (kritisch): Ja, aber den können wir ja nun nicht verraten.

Genzel (privat): Dann sagen wir doch einfach mal: Wir haben ihn schon einmal gesehen. In einem schönen Genrefilm aus den 2000er-Jahren.

Genzel (kritisch): Natürlich. Aber ziehen wir die Frage mal so auf: Wäre der Schluß besser, wenn du besagten Genrefilm nicht schon kennen würdest?

Genzel (privat): Puh. Gute Frage. Dort habe ich die Auflösung immerhin als ganz clever empfunden, auch wenn sie gleichzeitig ein gewisser "letdown" war.

Genzel (kritisch): Sind das nicht 95% aller Twists bei Tageslicht betrachtet?

Genzel (privat): Vor allem, wenn sie dir ... hm, wie sage ich das jetzt, ohne den Schluß zu verraten? Vor allem, wenn sie dir verklickern, daß du dich gar nicht um das Schicksal gewisser Figuren hättest kümmern müssen.

Genzel (kritisch): Also wäre hier die Auflösung ebenso eine gewisse Enttäuschung, wenn du sie nicht schon woanders zuerst gesehen hättest. Die Frage ist: Wäre eine "gerade" Auflösung ohne Twist besser? Held lebt, das Böse ist besiegt, alles wird gut - bis auf den obligatorischen Hinweis zum Schluß, daß das Böse irgendwann zurückkehren wird?


Genzel (privat): Schöner wäre doch gewesen, wenn die Grenzen zwischen Realität und Wahrnehmung so weit verschwommen wären, daß du auch als Zuseher nicht mehr sicher weißt, wo du stehst. Wie es DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS ja auch schon gemacht hat, und wie es sich bei dem Setting mit der Nervenheilanstalt ja auch angeboten hätte.

Genzel (kritisch): Mensch! Aus dir wird ja noch mal ein richtiger Kritiker!



Genzel (privat): Deswegen weise ich auch gleich nochmal ganz unkritisch darauf hin, daß ich meinen Spaß hatte. Amber Heard spielt prima, Jared Harris als Arzt ist super - will der ihr helfen oder hat er etwas zu verbergen? Mit dieser Frage bietet der Film ja überhaupt einen schönen Überraschungsmoment.

Genzel (kritisch): Stimmt natürlich. Und überall sind Kleinigkeiten drin, die fein gemacht sind. Sieh dir ganz am Anfang die Einstellung an, wo Amber Heard ein Streichholz anzündet, und du glaubst, daß sie im Wald steht - und dann geht die Kamera zurück und wir sehen, daß sie am Fenster eines Hauses steht, das sie gerade in Brand steckt. Das ist schön und ganz schnörkellos erzählt.

Genzel (privat): Tja. Bei aller Kritik bleibt Carpenter unser Held. Oder?

Genzel (kritisch): Immer. Aber wir sind halt auch im Prinzip genau die Falschen, die sich über den Film unterhalten. Wir lieben Carpenter einfach viel zu sehr.

Genzel (privat): Oder wir sind genau die Richtigen, weil wir uns so intensiv mit ihm beschäftigt haben und es auch immer noch tun.

Genzel (kritisch): Mh-mh. Möglich.

Genzel (privat): Und schauen wir uns den Film nochmal an?

Genzel (kritisch): Wir schauen uns alle Filme nochmal an.

Genzel (privat): Aber die von Carpenter am allerliebsten.







The Ward (USA 2010)
Regie: John Carpenter
Buch: Michael Rasmussen, Shawn Rasmussen
Kamera: Yaron Orbach
Musik: Mark Kilian
Darsteller: Amber Heard, Mamie Gummer, Danielle Panabaker, Laura-Leigh, Lyndsy Fonseca, Jared Harris, Mika Boorem

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Sonntag, 01. Jänner 2012

William Shatner: Shatner Rules (2011)


William Shatner umarmt die Weltkugel und lächelt dabei zufrieden. Mit seinen 80 Jahren, die man ihm nicht ansieht, scheint der einstige Raumschiffkapitän rühriger zu sein als je zuvor: Er spielt, er schreibt, er dreht, er moderiert, musiziert, sammelt im Vorbeigehen Preise und Anerkennungen ein, und er schreckt nie vor neuen Unterfangen zurück. So bleibt man jung. Und weil nach den beiden Bänden STAR TREK MEMORIES (1993) und STAR TREK MOVIE MEMORIES (1994) sowie seiner Autobiographie UP TILL NOW (2008) eigentlich wenig Bedarf besteht, sein Leben und seinen Werdegang erneut detailliert nachzuzeichnen, ist Shatners neues Buch ganz einfach eine lose Anekdotensammlung, in der ein älterer Herr mit buntem Leben erzählt, was ihm gerade so in den Sinn kommt.

Der Titel SHATNER RULES ist natürlich mehrdeutig: Oh ja, Shatner ist klasse - he rules! - und er regiert die Welt, die er da so schelmisch umklammert. "It's Shatner's world. We just live in it", heißt es ganz vorne und ganz hinten im Buch. Aber aufgezogen ist die lockere Erzählform an humoristischen Regeln, die uns helfen sollen, Shatners Welt zu verstehen und wie er sein zu können. Shatner's Rules, sozusagen. Und die reichen von hilfreichen Hinweisen ("Take some stuff off your résumé") zu Lernerfahrungen ("Don't punch Lee Van Cleef!") hin zu Tips im Umgang mit dem hohen Alter ("Just smile. You're lucky you made it").

Natürlich sind diese "Regeln" weder ernstgemeint noch ein wirklich tragender Bestandteil des Buches, das sich einfach nur anhand dieser "Lebensweisheiten" von Geschichte zu Geschichte bewegt. Letzten Endes erzählt Shatner ganz einfach kreuz und quer aus seinem Leben, wobei nur gelegentlich Episoden auftauchen, die man schon aus UP TILL NOW kennt: SHATNER RULES ist primär so etwas wie ein Update zur Autobiographie, ein heiterer Rückblick auf alles, was der gute Mann in den letzten drei Jahren so gemacht hat, und als Bonus gibt es ein paar witzige Begebenheiten, die vielleicht im vorigen Buch keinen Platz fanden oder ihm erst kürzlich wieder eingefallen sind.

Weil Shatner so hochaktiv an allen Fronten ist und mit der ihm eigenen Selbstironie und Nonchalance plaudert, ist diese Ansammlung von Anekdoten keine Sekunde langweilig und stets vergnüglich zu lesen. Shatner berichtet von seiner Teilnahme am Comedy Central Roast (über den ich hier geschrieben habe) und schießt ein paar augenzwinkernde Worte zu den Boshaftigkeiten zurück, die er sich dort anhören mußte; er erzählt von seiner neuerlichen Fehde mit Sulu-Darsteller George Takei und erklärt nach viel Spott über die Vorwürfe, die ihm seine ehemaligen STAR-TREK-Kollegen immer wieder gemacht haben, daß er sich nun schon oft genug entschuldigt hätte, und daß sie alle doch mittlerweile schon so alt seien, daß sie gar nicht mehr viel Zeit hätten, sich noch zu versöhnen; und er redet über die Aufnahmen zu seinem neuen Album SEEKING MAJOR TOM, auf dem er mit veritabler Allstar-Besetzung Rocksongs covert und für das er einen Honorary Headbanger Award bekam. Sein Platzreservierungsschild bei dem dazugehörigen Event (Aufschrift: "Reserved for Metallica & William Shatner") hat seine Frau als Andenken mitgenommen - die abgeleitete Regel: "Settle for second billing only if the top-billed act can beat you up".

Und was der Mann nicht alles macht und gemacht hat! Zwei Talkshows, Auftritte hier mit Soloprogramm, Auftritte dort bei Conventions, Ehrendoktor an seiner alten Universität, eine Sitcom, eine Doku über die Schauspieler, die als STAR-TREK-Kapitän fungierten, und und und. Die Erzählungen darüber sind deshalb nie Angeberei, weil er gerne mit seinem großen Ego kokettiert (das ihm ja gerne vorgeworfen wird) und gleichzeitig beständig Einschübe macht, wo er darauf hinweist, daß ihn seine Kinder und Enkelkinder über alles aufklären mußten - zum Beispiel über die Tatsache, daß sein Gesangspartner auf "Common People", Joe Jackson, keinesfalls der Vater der Jackson 5 ist.

Zwischen all der Plauderei und den Witzeleien tauchen auch einige ernste Gedanken auf. Zum Beispiel über die Tatsache, daß sich Shatner mit seinen 80 Jahren durchaus im Klaren darüber ist, daß er nicht mehr unendlich viel Zeit auf unserem Planeten hat. In einem Kapitel macht er sich Gedanken über den Tod und gibt auch zu, daß er Angst davor hat. Sein Ratschlag? "Get out of bed." Aktiv bleiben. An anderer Stelle erzählt der begeisterte Hobbyreiter Shatner davon, warum er Pferde so gerne mag. Er läßt auch immer wieder einfließen, wie sehr er seine Familie und seine Freunde liebt. Und selbst in den heiteren Anekdoten kann man zwischen all der Ironie und den Seitenhieben herauslesen, daß er durchaus stolz ist auf seine Arbeit: seine Schauspielerei, seine Talkshows, und auch sein seinerzeit so vielfach verspottetes Album THE TRANSFORMED MAN.

Eine von Shatners Regeln - wohl nicht umsonst gleich die in Kapitel 1 genannte - ist dann doch eine echte Regel, und Shatners Erzählungen machen klar, wie sehr für ihn diese Regel eine Lebensphilosophie ist und wie sehr sie sich immer wieder bezahlt macht: "Say 'Yes'". "Ja" sagen zum Unbekannten, zum Abenteuer, zur Herausforderung. "Ja" sagen dazu, ein Konzeptalbum mit Spoken-Word-Versionen von Popsongs aufzunehmen. "Ja" sagen dazu, nochmal den täglichen Trott einer Fernsehserie mitzumachen. "Ja" sagen dazu, sich bei einem Roast ins Kreuzfeuer zu stellen. Shatner erzählt immer wieder, was ihm all diese Unterfangen Positives beschert haben: Neue Sichtweisen, neue Freunde, neue Möglichkeiten. Selbst wenn er, wie im Fall von TRANSFORMED MAN, über 30 Jahre darauf warten mußte.

Und das ist vielleicht auch der Grund dafür, daß sich SHATNER RULES gar nicht so sehr wie ein Rückblick anfühlt oder wie die Erinnerungen eines betagten Schauspielers: Shatner blickt weiter nach vorn, auf zukünftige Abenteuer, und alles, wovon er berichtet, scheint nur der Auftakt für seine kommenden Unternehmungen zu sein. Wieviele 80-jährige gehen denn ihr Leben noch immer mit so viel Entdeckungsfreude und Tatendrang an?






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Samstag, 17. Dezember 2011

Im Reich der Amazonen (1986)


Ach, wären die Achtziger doch nie vorübergegangen. Da knallt ein erfolgreicher Fantasyfilm ins Kino, und schon haben B-Movie-Produzenten rund um die Welt über Jahre hinweg damit zu tun, simpel gestrickte Abenteuerfilme ins Leben zu rufen, in denen Muskelmänner, leichtbekleidete Frauen und billigst maskierte Kreaturen den sagenumwobenen Gegenstand X finden und damit den unliebsamen Zauberer Y besiegen müssen. Viel Wald, ein bißchen Wiese, drei mal Plastikschwerter aufeinandergekloppt und eine Prise Feuer und Rauch obendrein - so läßt sich eine ganze Dutzendschaft von Fantasyquickies zusammenfassen, die großteils aus Italien stammten, aber vielfach auch aus Amerika oder - wie im Fall von AMAZONS, zu Deutsch IM REICH DER AMAZONEN - aus Argentinien.

"Ein Machwerk, das nur dralle Oberweiten und erbärmlichste Action zeigt", schreibt die Website von Cinema, und sicherlich bin ich nicht der einzige, der bei diesen Worten den Film sofort sehen möchte - vor allem, wenn er von denselben Menschen stammt, die schon hinter BARBARIAN QUEEN, WIZARDS OF THE LOST KINGDOM, THE WARRIOR AND THE SORCERESS und DEATHSTALKER steckten, die allesamt mit exakt denselben Worten bedacht werden könnten und trotzdem, wie so vieles aus der Produktionsstätte von Roger Corman (der diese Streifen aufgekauft und vertrieben hat), höchst unterhaltsame Schnellschüsse waren, deren Sparproduktionen einen nicht zu unterschätzenden Trash-Charme versprühen. Meine Güte, die Kurzgeschichten von Robert E. Howard waren ja auch nur Pulp.

Freitag, 16. Dezember 2011

Gaudi in der Lederhose (1977)


"Au weh zwick", sagt ein guter Freund von mir gerne in tiefstem Niederbayrisch, wenn sich das Unglück schon abzeichnet. Die Worte scheinen mir auch die treffendendsten zu dem vorliegenden - das nächste Wort können wir nur unter Aufwendung allergrößter Großzügigkeit verwenden: - Spielfilm zu sein, der da GAUDI IN DER LEDERHOSE heißt, obwohl von Gaudi wirklich nicht im Entferntesten die Rede sein kann. Der 1977 veröffentlichte Sparschweinfilm wurde von Jürgen Enz gedreht, den wir schon im Zuge des Peter-Steiner-Sexklamauks DIE NEUEN ABENTEUER DES SANITÄTSGEFREITEN NEUMANN kennenlernen durften, und dessen Filmographie sich durch die Bank in einschlägigem Terrain bewegt.

Dabei fängt ja alles noch ganz harmlos an. Der Knecht Karl wird in die Großstadt geschickt, um den Onkel Fritz vom Bahnhof abzuholen. Kaum in München angekommen, flaniert Karl auch schon in einen Sexshop, wo er die zahlreichen ausgelegten Magazine mit den Worten "Do legst di nieder" kommentiert. Die Verkäuferinnen des Ladens machen Karl auch gleich Avancen, aber daß die forschere der beiden auch gleich ihre Oberweite zur Begutachtung auspackt, scheint den Mann vom Land dann doch eher zu verstören, weshalb er flotten Fußes die Flucht ergreift. Leider ist nicht ersichtlich, wie dieser spannende Laden heißt, aber Suchfreudigen sei als Hinweis verraten, daß er sich in der Nähe vom Odeonsplatz befinden muß, der anfangs in einem Establishing Shot gezeigt wird. Man könnte natürlich Pech haben und auch heute noch dieselben beiden Damen dort antreffen.

Dienstag, 29. November 2011

Mike Gayle: Life & Soul of the Party (2008)


Eine Gruppe von langjährigen Freunden, ihre Beziehungsprobleme und die Beobachtungen darüber, wie sich Freundschaften über die Jahre verändern: Es klingt nach einer etwas wehleidigen Buchversion des Films DER GROSSE FRUST, dessen Grundprämisse - eine Reihe von Charakteren in ihren Dreißigern erinnert sich an die guten alten Zeiten und gleicht die damaligen Vorstellungen mit der heutigen Realität ab - ja immer wieder gerne erzählt wird, für jede Generation, für jede mögliche neue Figurenkonstellation. Aber Mike Gayles achter Roman aus dem Jahr 2008 fühlt sich ganz anders an als die im Damals eingefrorenen Krisenmenschen von Kasdans Geschichte - er erzählt mit viel Witz und souveräner Konstruktion eine bittersüße Ensemblegeschichte über die mit der Liebe verbundenen Hoffnungen und Enttäuschungen.

Montag, 28. November 2011

Ohne Limit (2011)



Eddie Morra ist ein Verlierer. Er zieht im abgehalfterten Grunge-Look durch die Bars und erzählt den Leuten von seinem Roman, an dem gerade arbeitet - nur daß sein Konzept dafür pure Schwafelei ist und er dank Faulheit und träger Disziplin noch nicht ein einziges Wort dafür zu Papier, beziehungsweise zu Monitor, gebracht hat. Und dann gibt ihm auch noch seine Freundin den Laufpaß, und auf die Frage nach dem Warum kann er von ihr nur einen gleichzeitig vorwurfsvollen wie mitleidigen Blick ernten. Der Mann ist ein sinkendes Schiff.

Donnerstag, 24. November 2011

Robert Sellers: Hollywood Hellraisers (2010)


"Mental telepathy, mostly", schrieb man seinerzeit über Kenneth Angers Skandalsammlung HOLLYWOOD BABYLON - beziehungsweise über die Recherchemethoden des Avantgardefilmers, der in dem zuerst 1965 veröffentlichten Buch heitere Geschichten über Morde, Sexorgien, Vaterschaftsklagen und andere pikante Geschehnisse rund um Hollywood-Stars und -Starlets niederschrieb und dazu noch mit schmackhaften Photos garnierte - wie zum Beispiel einem Bild des Jayne-Mansfield-Unfalls. Wen störte es schon, daß zahlreiche Details und Geschichten nachweislich Phantasiegespinste waren? Die Welt der Stars und Sternchen ist der hohe Adel der heutigen Zeit, und ebenso, wie wir sie bewundern und beneiden, haben wir doch gerne ein diebisches Vergnügen daran, sie mit Schmutz und Skandalen vom Thron zu stoßen - vermutlich nur, um zu zeigen, daß sie ja doch eigentlich Menschen wie du und ich sind. Obwohl es für das menschliche Tratschbedürfnis ja gar nicht so viel Unterschied macht, ob Charlie Chaplin eine Affäre hat oder der Herr Müller von nebenan.

Gar so lippenleckend wirft sich der englische Journalist Robert Sellers nicht an sein Thema heran, aber ein gewisser Regenbogenpresse-Geist ist seinem Buch HOLLYWOOD HELLRAISERS: THE WILD LIVES AND FAST TIMES OF MARLON BRANDO, DENNIS HOPPER, WARREN BEATTY AND JACK NICHOLSON nicht abzusprechen. Das Werk versteht sich sozusagen als Fortführung von Sellers' HELLRAISERS, das die Eskapaden der vier britischen Schauspieler Oliver Reed, Peter O'Toole, Richard Harris und Richard Burton nachzeichnete - und es ist ganz klar, daß man als Leser ja eine gewisse Erwartungshaltung hat, wenn man das wilde Leben von solch legendären Wüstlingen versprochen kriegt: Man will Sex, Alkohol, Drogen, filmischen Rock'n'Roll und die nie endende Party. Man könnte nicht behaupten, daß Mötley Crüe ihre Autobiographie mit irgendeinem anderen Versprechen an den Mann gebracht hätten.

Dienstag, 15. November 2011

Gib Gas - Ich will Spaß (1982)


Allein das Plakat ist brillant: Da wird die laut lachende Nena vom bekleidet in der Badewanne liegenden Neue-Deutsche-Welle-Posterboy Markus naßgespritzt, und der Schuß Erotik, der durch das nasse Shirt entsteht, ist in seinem Ausmaß den winzigst klein gedruckten Songtiteln ebenbürtig, die unter den majestätisch thronenden Namen der Stars die letzten zwei unwissenden Kinogänger darüber aufklären sollen, woher man diese beiden quietschfidelen Nachnamenlosen eigentlich kennen könnte. Und dann natürlich der Filmtitel: Ebenso sinnfrei wie das Motiv selbst, aber nicht nur dank der Verwendung des Titels von Markus' größtem Hit "Ich will Spaß" eine perfekte Evozierung des Geists der Neuen Deutschen Welle, wo Reim und Laune ja gerne vor Inhalt und Grüblerei gewichtet waren. Höchste Zeit, diesem deutschen Kinoknüller hier die Ehre zu erweisen.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Die außerirdischen Besucher (1983)


Ich glaube, ich habe ein neues Lieblingswesen. Es heißt Trumpy, ist ungefähr einen Meter groß, und sieht aus wie eine Mischung aus ALF und Ameisenbär. Trumpy kann das Gesicht nicht bewegen und leider auch nicht blinzeln, aber dafür kann er Erdnüsse und Milch mit dem Rüssel einsaugen. Er macht Geräusche wie ein resigniert-melancholischer Chewbacca, und er kann Gegenstände durchs Zimmer tanzen lassen.

Aber mal langsam. Trumpy ist der heimliche Star des Films DIE AUSSERIRDISCHEN BESUCHER von Juan Piquer Simón, von dem wir hier schon vor kurzem das Kettensägenhappening PIECES und das Unterwasserepos SIRENE I begutachten durften. LOS NUEVOS EXTRATERRESTRES, wie diese französisch-spanische Co-Produktion im Original heißt, wurde 1983 veröffentlicht, und ursprünglich schwebte Simón eine Story über den Angriff eines bösen Außerirdischen vor - bis dann 1982 ein Hollywood-Film mit einem niedlichen Außerirdischen (hmm - war es DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT? Oder doch DER ZORN DES KHAN?) an den Kinokassen abräumte und die Produzenten anregte, das Alien auch hier knuffig und lieb zu gestalten und einen kleinen Jungen zur Geschichte hinzuzuschreiben, der sich mit dem Außerirdischen anfreundet. Simón war über die Änderungen nicht erfreut, und wenn der Regisseur & Autor von SIRENE I schon mal unzufrieden ist, dann will das etwas heißen.