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ZOMBIES UNTER KANNIBALEN: Das hängt irgendwie zusammen!


Eifrige Archäologen der Untiefen meines Blogs wissen es schon: Ich habe kein sehr enges Herz, wenn es um europäisches Genrekino vergangener Dekaden geht. So ist es auch kaum verwunderlich, daß mein Horrorseelchen schon einen Hüpfer macht, wenn in dicken roten Lettern die schaurigen Worte ZOMBI HOLOCAUST auf dem Schirm erscheinen und dazu tiefergelegte Analogsynths wohlig brummen. Glücklicherweise ist der folgende Film auch so irrwitzig und entzückend hanebüchen, wie es der reißerische Titel verspricht!

Das Wörtchen "Holocaust" geisterte eine Zeitlang wie ein Logo durch das Bahnhofskino: Man erkannte daran die Extremfilme italienischen Ursprungs, die mit grenzüberschreitenden Gore-Effekten die Lust am Nervenkitzel ausloteten. Es gab den CANNIBAL HOLOCAUST, es gab einen JUNGLE HOLOCAUST, der HOLOCAUST 2000 drohte, man konnte einen BLUE HOLOCAUST erspähen oder sich auf den PORNO HOLOCAUST freuen. Mittendrin gab es halt auch noch den ZOMBI(E) HOLOCAUST, dessen deutscher Titel zeigt, welche beiden Strömungen des Italo-Genrekinos hier zusammenfanden: ZOMBIES UNTER KANNIBALEN. Hamm-hamm.

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INKOGNITO: Börsenmakler Jon Cryer als Undercover-Schüler


Unglaublich, wie sich INKOGNITO abplagt, um zu seiner eigentlichen Geschichte zu kommen: Ein 29jähriger Börsenmakler namens Andrew Morenski geht als Schüler verkleidet auf die Highschool seines jungen Cousins. Das macht er, weil er in zwielichtige Geschäfte mit der Mafia verwickelt war und nun von Killern gejagt wird, die sicherstellen wollen, daß er bei einem anstehenden Prozeß nicht aussagen kann. Und weil er sich nicht ausreichend beschützt fühlt vom FBI, taucht er unter falschem Namen an besagter Schule unter.

Daß sich Andrew in der Gegenwart des FBI nicht sicher fühlt, liegt nicht ausschließlich an denen. Nach einiger Zeit in einem bewachten Versteck wird unser Zeuge nämlich quengelig und will aus dem Haus. Er überredet die beiden für ihn abgestellten Agenten, mit ihm in ein Diner essen zu gehen. Dort sitzt auch prompt ein fieser Attentäter, der einen der FBI-Leute erschießt und den anderen verwundet - Andrew kann mit knapper Not entkommen. Wahrscheinlich hat die Mafia in jedem Diner Amerikas sicherheitshalber einen Killer postiert, der etwaige wichtige Zeugen abpassen kann, wenn sie mit ihren Bodyguards mal nicht nur vom Pizzalieferanten verköstigt werden wollen.

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TWILIGHT - Bis(s) zum Abwinken: Ein kritischer Blick auf die ganze Saga


"Ein Gentleman kann keine Wette ablehnen", sagte einst Kult-Regisseur Richard Stanley. So mußte ich also schon um der Ehre willen die Herausforderung annehmen, trotz möglicher Zielgruppenverfehlung alle fünf TWILIGHT-Filme hintereinander anzusehen - dankenswerterweise in einem Zeitraum von 72 Stunden und nicht an nur einem einzigen Tag - und hinterher wohlfeile Worte darüber zu verfassen. Nun denn: Widmen wir uns mit angespitztem Auge den Abenteuern von Bella Swan.

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Ein ERDBEBEN erschüttert Los Angeles, aber nicht Charlton Heston


Die Siebziger waren eine gefährliche Zeit im Kino. Flugzeuge drohten abzustürzen, U-Boote gingen unter, Wolkenkratzer brannten nieder, Achterbahnen brachen zusammen, Kreuzfahrtschiffe kippten um, am Strand wurde man von Haien weggeknuspert. Manchmal war Charlton Heston dabei, gerne auch George Kennedy - wenn letzterer neben einem im Flugzeug saß, war es sicherlich angeraten, auf dem Boden zu bleiben. Nur daß einen dort flugs ein gewaltiges Erdbeben erwischen konnte, vor dem einen nicht einmal Heston und der Katastrophen-Kennedy zusammen sicher beschützen konnten.

ERDBEBEN erschien 1974, zur schönsten Katastrophenfilmzeit, und er zieht seinen Zusammenbruch von Maschinerie und alltäglichen Vorgängen wie so ziemlich jeder andere solche Genrestreifen auf: Durch das Spektakel führt eine ganze Fußballmannschaft an Stars, mit denen zunächst dramatische Einzelschicksale erzählt werden, bevor das Großereignis dann das eine oder andere Problem in Perspektive rückt. Ein Erdbeben mit 9,9 auf der Richterskala wiegt eben schwerer als ein paar läppische Eheprobleme - auch wenn die betrogene, entfremdete Frau das den gesamten Film über anders zu sehen scheint.

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BEZIEHUNGEN UND ANDERE KATASTROPHEN: Partydrama und Geschrei

Noch sind Joe (Alan Cummings) und Sally (Jennifer Jason Leigh) glücklich ...
Der Schriftsteller Joe und die Schauspielerin Sally laden zu ihrer sechsjährigen Hochzeitsfeier ein. Im Kreis diverser Freunde und Bekannter aus dem Showbusiness verbringen sie eine ausschweifende Nacht in ihrem mondänen Hollywood-Anwesen - aber so unbekümmert, wie es den Anschein hat, ist der Abend nicht: Joe und Sally haben nach einer Trennung jetzt erst wieder zueinander gefunden und kämpfen noch mit Spannungen. Mit den höflichkeitshalber eingeladenen Nachbarn gab es über die Jahre hinweg immer wieder Zoff, Sally ist als Schauspielerin ausgebrannt, ihr Regisseur verzweifelt, und Joe hat für die Verfilmung seines autobiographischen Bestsellers, bei dem er selber Regie führen darf, nicht etwa Sally als Hauptrolle angeheuert, sondern einen weitaus jüngeren Shooting Star. Im Alkohol- und Drogenrausch kochen in der Gesellschaft nach und nach die Emotionen über ...

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DIE FEUERZANGENBOWLE: Eine lieblose Neuverfilmung


Der Versuch einer Neuverfilmung der Rühmannschen Schulposse DIE FEUERZANGENBOWLE - eine der beliebtesten und meistzitierten Komödien aus dem deutschsprachigen Raum - ist im Prinzip nicht so frevelhaft, wie man meinen könnte: Immerhin wurde der zugrundeliegende gleichnamige Roman von Heinrich Spoerl schon 1934 unter dem Titel SO EIN FLEGEL einmal verfilmt - recht lose an der Vorlage orientiert und durchaus mit eigenen Reizen. Und weil die nostalgische Geschichte um Schülerstreiche und kauzige Lehrerfiguren völlig zeitlos ist, ist der Gedanke nicht abwegig, sie für eine neue Generation frisch aufzubereiten.

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KOKOWÄÄH 2: Offensichtliche Konstruktion und ebensolcher Humor


Kokohasen, Keinschweigerküken, Dreiohrwääh: Schön langsam wird es schwierig, die Familien- und Beziehungskomödien von Til Schweiger auseinanderzuhalten - und das nicht nur, weil sie bei Fortsetzungen einfach mal dasselbe Plakatmotiv verwenden. Inszenierung und Soundtrack bleiben ebenso gleich wie das Schauspielensemble, der Mario-Barth-Humor über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie die Bad-Taste-Einlagen für maximalen kommerziellen Erfolg. Selbst Adam-Sandler-Komödien loten mehr Spielraum im Genre aus.

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DER LETZTE HAREM: Schöne Frauen und vornehme Tristesse


Ex-Bond liebt Ex-Bond-Girl ... und viele andere Frauen: Auf dem deutschen VHS-Cover zu Sergio Garrones Schmusedrama DER LETZTE HAREM steht George Lazenby, 1969 Connery-Nachfolger im Bond-Film IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT, umringt von zahlreichen schnuckeligen und spärlich bekleideten Damen. Ganz anders als im Film selbst, wo die zahlreichen schnuckeligen und spärlich bekleideten Damen die meiste Zeit ohne Lazenby herumstehen, weil sie in seinem Harem leben und frustriert sind, weil er sie alle vernachlässigt.

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HÖLLE IM FRAUENGEFÄNGNIS plus HELL PENITENTIARY: Zwei Knastdramen zum Preis von einem


Ich gestehe: So ganz verstehe ich das Subgenre "Frauengefängnisfilm" nicht. Oh, ich kapiere durchaus die Muster hinter diesen hübsch reißerisch aufgezogenen Stories: Hinter Gittern herrscht Sodom und Gommora. Die eingesperrten Leicht- und Schwerverbrecherinnen fallen hemmungslos übereinander her, Gewalt ist an der Tagesordnung, und die Wärter und Wärterinnen machen von ihrer Machtposition Gebrauch und mischen bei der Sex-und-Gewalt-Tagesplanung eifrig mit. Es lebe die Phantasie! Aber, um es mal neudeutsch zu sagen, den Appeal der Chose checke ich nicht völlig. Vermutlich liegt es daran, daß ich zwar weder etwas gegen Schmuddelphantasien habe noch gegen reißerisches Exploitation-Kino, aber mir die genussfreudigen Damendramen dann doch lieber in Settings ansehe, wo niemand nebenher verprügelt und gefoltert wird.

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Ernst Horst: NUR KEINE SENTIMENTALITÄTEN! - Über die Liebe zur Sprache im deutschen Entenhausen


In einer der alten Donald-Duck-Geschichten von Carl Barks, dem Erfinder und Zeichner dieses cholerischen Pechvogels, versucht der Patriarch, die drei Neffen Tick, Tick und Track in die Badewanne zu bewegen, aber die sträuben sich und leisten einen Schwur: "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr!" Daß da in einem Comic ganz beiläufig Schillers WILHELM TELL persifliert wird, verdanken wir der deutschen Übersetzerin Dr. Erika Fuchs, die mit Sprachwitz und Belesenheit eine ganz eigene Version dieser Geschichten kreierte. In seinem Buch NUR KEINE SENTIMENTALITÄTEN! - WIE DR. ERIKA FUCHS ENTENHAUSEN NACH DEUTSCHLAND VERLEGTE arbeitet Ernst Horst in lockerem Plauderton das Besondere an Fuchs' Übersetzungen heraus.

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HEAVEN'S GATE - DAS TOR ZUM HIMMEL: Von Klassenkämpfen, Idealen und Wirklichkeit


Bei der Abschlußzeremonie an der Harvard-Universität im Jahr 1870 gibt der Dekan den Elitestudenten einen Bildungsauftrag mit in die Welt: "It doubly behooves us to look well to the influence we may exert. A high ideal: the education of a nation." Viele dieser Studenten aus reichem Haus werden zukünftig die Geschicke des Landes lenken, und sie sollen es kultivieren. Der Jahrgangssprecher zieht seine nachfolgende Rede weitaus weniger ernst auf, reimt und witzelt sich durch eine Entgegnung, die letzten Endes ankündigt, daß die Dinge immer so bleiben werden, wie sie sind: "We disclaim all intention of making a change in what we esteem on the whole well-arranged."

Da ist sie wieder, diese Diskrepanz zwischen dem Ideal und der Realität Amerikas - eine Kluft, die sich immer wieder in Michael Ciminos Filmen niederschlägt, manchmal als melancholisches Gefühl, daß etwas schiefläuft im Land, wie in DEN LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE, und manchmal als vage Ambivalenz zwischen Verehrung und Desillusion, wie in der Schlußszene von DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN. Nirgends aber ist diese Ernüchterung über das Land spürbarer und expliziter eingefangen als in Ciminos drittem Film, dem monumentalen Spätwestern HEAVEN'S GATE - DAS TOR ZUM HIMMEL.

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DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN: Gefühlte Bedeutungen und das Trauma des Krieges


"This is this. This ain't something else." Michael hält eine Gewehrpatrone hoch und zeigt sie seinem Freund Stan, der mit ihm und einigen anderen Freunden in die Berge auf die Jagd gefahren ist. Die Burschen albern herum, aber Michael ist wütend, daß Stan die Jagd nicht ernst nimmt. "This is this. From now on, you're on your own", sagt er. Was genau meint er?

Möglich, daß er hauptsächlich auf die Ernsthaftigkeit des Jagens anspielt: Eine Kugel entscheidet über Leben und Tod. Aber er könnte auch etwas anderes meinen. Zuvor hat Michael schon über seine Überzeugung geredet, daß nur ein einzelner Schuß zählt. "One shot is what it's all about. A deer's gotta be taken with one shot", erklärt er. Es ist wie der Ehrenkodex eines Jägers und im weiteren Sinne eine Lebensphilosophie: Man konzentriert sich auf den einen Moment, der zählt. Eine weitere Chance kommt möglicherweise nicht. Vielleicht meint er das, wenn er die Patrone hochhält und sagt, "This is this". Wir können nur mutmaßen.

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DEN LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE: Ein Raubzug der Ernüchterung


"If I knew the way I'd go back home
But the countryside has changed so much
I'd surely end up lost ..."

Mit diesen Worten beginnt der Paul-Williams-Song "Where Do I Go From Here", der kurz nach Anfang von DEN LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE angespielt wird und später nochmal über den Abspann erklingt. Nach außen hin ist der Film eine Mischung aus Buddy-Roadmovie und Raubzugkrimi, aber durchzogen ist die Geschichte von vorne bis hinten von der Desillusion: Amerika hat sich verändert, und die Menschen haben sich im Land verlaufen.

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THE EXPENDABLES: Ein Aufstand alter Männer


So einfach kann man dem Älterwerden entgehen: Nur nichts anmerken lassen. Wenn Reinhold Messner mit 60 noch die Wüste Gobi durchqueren kann und Rock'n'Roll-Urgesteine wie die Stones im kollektiven Alter von 6200 Jahren die Bühnen bespringen, als würde es für jede volle Dekade Treuepunkte geben, dann kann so ein Actionstar von gestern schon gleich dreimal so tun, als wäre der Fortschritt der Zeit nur eine debattierbare Theorie.

Früher wurde noch gerne gelästert über Kinohelden, die in die Jahre kommen - obwohl genau das sie ja menschlich machte. Aber dann ackerte sich Sylvester Stallone - in den Achtzigern gewissermaßen ein eigenes Filmgenre und seit seinem Durchbruch ROCKY die pure Personifikation der Maxime, daß man nur stur genug sein muß, um aus dem Wunsch Wirklichkeit zu machen - in einem Alter, in dem andere mit dem Kreuzworträtseln beginnen, nochmal den Körper auf hundertachzig und kämpfte sich durch Fortsetzungen von RAMBO und ROCKY, die nicht nur ihm ein Comeback als Actionstar verschafften, sondern auch andere Männer jenseits der 50 ermutigten, weiterhin dem Körperkino zu frönen. "Ich war ungefähr 400 Jahre zu alt für die Rolle", sagte einst Roger Moore zu seinem letzten Bond-Film IM ANGESICHT DES TODES, bei dem er gerade mal 58 war. Heute würde es einen nicht überraschen, wenn er mit seinen mittlerweile 87 Jahren im nächsten Stallone-Film noch mal ebensoviele Terroristen abfrühstücken würde.

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ARACHNOQUAKE: Der Syfy-Channel spinnt sich wieder Unfug zurecht


Lieber Griff!

Wir vom Syfy-Channel freuen uns, dir hiermit die Regie bei unserem jüngsten Programmfüller anbieten zu können: ARACHNOQUAKE. Wie du ja weißt, sind Katastrophen-Kombinationen derzeit in, und so wollen wir auch diesmal wieder wie zum Beispiel bei ALIEN TORNADO, SHARKTOPUS oder PIRANHACONDA zwei Katastrophen zur Lauflänge von einer bieten. Da du, werter Griff, ja schon Erfahrung mit billig produziertem Unfug hast - zum Beispiel dank 100 MILLION BC oder SWAMP SHARK - qualifizierst du dich optimal für diesen unseren jüngsten Schrott.

Dank des Titels erklärt sich die Handlung ja eigentlich schon von selber, und mehr mußt du dir auch gar nicht ausdenken - Ideen sind kostbar, und wir wollen nicht mehrere auf einen einzelnen Film verschwenden. Unsere Hauptfigur, mit der unsere wahllos zusammengewürfelten Opfer gegen die vom Erdbeben aufgeweckten Riesenspinnen ins Feld ziehen, ist ein unzuverlässiger, gern schon in der Früh dezent alkoholisierter Busfahrer. Da haben wir natürlich sofort an Edward Furlong gedacht - du weißt schon, der war in der Fortsetzung von diesem einen Achtziger-Jahre-Hitfilm, welcher war das gleich ... ach ja: FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE II - aber Edward wollte lieber den anderen Busfahrer spielen, der mit einer Ladung junger Softball-Spielerinnen durch die Gegend gurkt. Um Eddie zu zeigen, wer hier der Boß ist, haben wir seine Szenen prompt auf das Notwendigste reduziert.

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