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KARATE WARRIOR: Kampfsport all'italiano


Ich mißtraue meinen eigenen Recherchen. Nach kurzer Prüfung über die Filmdatenbank OFDB erfahre ich, daß es in den Achtzigern 19 Filme gab, die das Wort "Karate" im Titel hatten, in den Neunzigern dann immerhin 23. Da kann doch etwas nicht stimmen? Ergeben die ganzen KARATE KIDs, KARATE TIGERs und AMERICAN SUPER KARATE NINJA FIGHTER FORCE ACADEMYs nicht mindestens 350 einschlägige Titel? Egal: Kampfsportkracher waren damals so richtig in, und wenn Actionthemen in waren und günstig imitiert werden konnten, standen wehenden Fußes die Italiener auf der Matte, um auch ein paar Fäuste über die Leinwand fliegen zu lassen. Das ergibt dann beispielsweise den 1987 erschienenen KARATE WARRIOR von Fabrizio De Angelis, der bis 1993 gleich fünf Fortsetzungen folgen ließ. George Lucas hätte länger gebraucht.

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TAXI INS GLÜCK: Sightseeing in Miami

Ron Cobert und Nicola Amar in TAXI INS GLÜCK.

Zwischen 1987 und 1993 drehte der Italiener Fabrizio De Angelis unter seinem üblichen Regiepseudonym "Larry Ludman" die Filme KARATE WARRIOR, KARATE WARRIOR 2, KARATE WARRIOR 3, KARATE WARRIOR 4, KARATE WARRIOR 5, und - das ist wie mit der offenen Chipstüte - KARATE WARRIOR 6. Ach ja, und ein Streifen namens KARATE ROCK war auch dabei. Unter allen Lesern, die da einen roten Faden erkennen können und einen Kommentar hinterlassen, verlose ich eine Wunschrezension eines kernigen Italo-Rip-Offs nach Wahl.

Jedenfalls schien De Angelis nach dieser schönen Reihe - vergessen wir auch nicht diesen weiblich besetzten Karate-Revenge-Klopper, der aus unerfindlichen Gründen nicht THE KARATE GIRL, sondern THE IRON GIRL heißt! - plötzlich die Lust am Kampfsport verloren zu haben. Er drehte einfach mal so eine Liebesgeschichte namens TAXI INS GLÜCK, in der tatsächlich niemand auch nur im Entferntesten an Karate denkt. Ein höchst ambitioniertes Unterfangen, wo es doch so einfach gewesen wäre, vertrauten Mustern zu folgen und einen anheimelnden Film namens KARATE INS GLÜCK zu drehen. Im Original ist von einem Taxi übrigens gar keine Rede: Der italienische Titel lautet SOGNO D'AMORE (quasi: Liebestraum), unter alternativem Verleihtitel tauchte der Film bei uns auch als THE ROMANTIC RED SUITCASE auf. Weil mal jemand einen roten Koffer packt, ist doch klar.

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SPACE NAVIGATOR: Ein UFO-Ausflug mit Roboterrabatt


Ein Junge wird nach einem Sturz bewußtlos, kommt auf einem Raumschiff wieder zu Bewußtsein, hilft dem freundlichen Außerirdischen beim Navigieren und kehrt dann zurück auf die Erde - wo mittlerweile Jahre vergangen sind, ohne daß der Junge mitgealtert wäre. Theoretisch könnten wir jetzt über den Disney-Film DER FLUG DES NAVIGATORS reden, auf den diese Handlungsbeschreibung voll und ganz paßt - aber das könnte ja jeder. Wir sprechen lieber über die italienische Billig-Variante SPACE NAVIGATOR und brauchen nicht mal einen Grund dafür.

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VORSICHT NACHBARN: Ein Voice-Over für Blinde


Voice-Over-Erzählungen werden bei Filmen gerne als Krücke angesehen - ein Behelf, um das zu erläutern, was Bilder, Plot, Schauspieler und Schnitt nicht von alleine schaffen. In der Tat wird so ein Erzähler auch gerne als Notlösung eingesetzt, wenn alles andere versagt - wenn die Filmemacher im Schneideraum feststellen, daß die Teile einfach nicht aneinanderpassen wollen, daß die Zuseher einfach nicht die nötige Info aus dem Gezeigten ziehen können. Dabei kann das Voice-Over, richtig eingesetzt, als wichtige Erzählebene fungieren - in STAND BY ME beispielsweise formt der Erwachsenenblick eine Erzählung aus der Jugend und sorgt gerade mit seiner narrativen Klammer für zusätzliches Gewicht.

In VORSICHT NACHBARN werden wir permanent von einem Erzähler begleitet, der eine knappe Spur über einem Hörspielsprecher agiert. Der gute Mann plaudert, als wäre jeder Zuseher blind. Das darf er offenbar, weil die Geschichte auf Büchern von ihm basiert - es handelt sich um den Autor Jean Shepherd, der bezeichnenderweise schon als Radiosprecher gearbeitet hat und in Amerika mit einer Buchreihe über seine Kindheitserinnerungen bekannt wurde. Der Kanadier Bob Clark (PORKY'S) adaptierte 1983 Geschichten von Shepherd zu dem Film FRÖHLICHE WEIHNACHTEN, der allgemein als sehr beliebt und wohlig-nostalgisch gilt (was ich bislang nicht überprüfen konnte und dank des vorliegenden Films auch noch eine Zeitlang vermeiden werde).

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BEYOND CLUELESS: Ein Videoessay läßt alle Fragen zum modernen Teeniefilm offen


Der junge Filmblogger Charlie Lyne macht sich in seinem Videoessay BEYOND CLUELESS daran, einen genauen Blick auf die Teenagerfilme ab Mitte der Neunziger zu werfen - eben die, die dem Titel entsprechend nach CLUELESS veröffentlicht wurden. Sein abendfüllender Film ist keine Dokumentation, sondern eine Art Collage mit Erzählstimme - es gibt keine Interviews und kein eigens gefilmtes Material, stattdessen werden Clips aus den entsprechenden Filmen montiert und kommentiert. Die Erzählstimme stellt dafür übrigens die Schauspielerin Fairuza Balk zur Verfügung, die mit DER HEXENCLUB einschlägig vorbelastet ist (aber hier natürlich nur als Sprachrohr für Lynes Text fungiert).

Es ist ein reichhaltiges Sujet, das sich Lyne hier vorknöpft, und seine Fokussierung auf die Jahre 1995 bis ca. 2004 stellt auch sicher, daß hier Filme abgehandelt werden, die bislang selten ernstgenommen wurden. Und doch beginnen die Probleme von BEYOND CLUELESS schon gleich mit der Auswahl: Für Lyne ist ein "teen movie" offenbar alles, in dem irgendwie Teenager vorkommen, und so wirft er die leichtfüßige Romanze EINE WIE KEINE in denselben Topf wie den Retro-Slasher ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, die Arthouse-Meditation ELEPHANT oder die Thriller SWIMFAN und THE GLASS HOUSE.

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Interview: Rodja Pavlik über den österreichischen und deutschen Independent-Film


Rodja Pavlik ist so etwas wie der Schutzpatron der Independent-Filmszene: Seit mittlerweile 14 Jahren bricht der Wiener Journalist eine Lanze für unabhängig produzierte Filme. Er berichtet von liebevoll gemachten Amateurfilmen ebenso wie von professionell inszenierten Werken abseits des Mainstreams. Er interviewt ihre Macher, versorgt sie mit Informationen zu Festivals, Wettbewerben und anderen Entwicklungen, und bemüht sich um die Vernetzung der Szene - nicht nur über seinen Blog HomeMovieCorner, sondern auch über Facebook und eigens organisierte Filmabende. So viel Leidenschaft ist selten für eine Filmszene, die anderswo mitunter gar nicht wahrgenommen wird - geschweige denn ausreichend Berichterstattung oder Wertschätzung erfährt.

Ich habe mit Rodja zum ersten Mal Anfang 2012 gesprochen, als ich erste Pläne für meinen zweiten Spielfilm BROT UND SPIELE entwickelte - der Schauspieler Thomas Nash hatte mir empfohlen, ihn zu kontaktieren. Über die Jahre hinweg habe ich nicht nur gesehen, wie sehr sich Rodja für die Szene einsetzt, sondern auch gemerkt, wie oft ich selber anderen Filmemachern empfehle, ihn anzuschreiben. Grund genug, ihn mal ausführlich zu interviewen!

Am 14. Februar 2015 traf ich Rodja im Wiener Café Sperl - ja, dort wurde auch BEFORE SUNRISE gedreht. Zu Kaffee und Apfelstrudel plauderten wir über seinen Enthusiasmus für den Indie-Film und seine Gedanken und Wünsche für die weitere Entwicklung der Szene. Danach ging es noch zum nächstgelegenen Asiaten, wo wir off the record Projektideen und Filmbegeisterung ausgetauscht haben.

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ZOMBIE VS. NINJA: Zwei Filme zum Preis von keinem!


Zombie vs. Ninja, Genzel vs. Don Arrigone: Zwei Schmalfilm-affine Filmfreunde sprechen über wundersames Schnipselkino von Ninja-Verramscher Godfrey Ho.

Genzel: "Zombiefilm oder Eastern", wünscht sich Don Arrigone beim Besuch zum Filmabend im Genzel HQ. Weil ich die Interessen junger Cinephiler ernst nehme, kann ich mit nur einem Film beide Desiderate abdecken: ZOMBIE VS. NINJA, ein Streifen aus dem unendlichen Ninja-Fundus von Godfrey Ho, der meistens alte Ramschfilme aufkaufte und mit ein paar eigens gedrehten Ninjaszenen zu praktisch neuen Ramschfilmen umfunktionierte. Seine Ninjas tragen gerne bunte Klamotten und Stirnbänder, auf denen das Wort "Ninja" steht, und sie haben freilich mit der Handlung der Originalfilme rein gar nichts zu tun, sondern werden irgendwie per Schnitt und Synchronisation ins Geschehen gebracht. Und wenn schon Ninjas das Herz des Videothekenkellerfans höher schlagen lassen, ist die Aussicht auf eine Begegnung zwischen Ninjas und untoten Gesellen geradewegs entzückend.

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THE HYENA: Ein Erotikthriller ohne den geringsten Streß


Von 1994 an kümmerte sich der italienische Vielfilmer Aristide Massaccesi, besser bekannt unter seinem oft verwendeten Pseudonym "Joe D'Amato", fast ausschließlich um die Erwachsenenunterhaltung: Bis zu Massaccesis Tod im Jahr 1999 entstanden über 100 Hardcore-Titel, in denen sich die Protagonisten quer durch geschichtliche, literarische und mythologische Szenarien - Verzeihung: - vögelten. Nur ganze vier Mal entstanden noch Streifen, die nichts mit dem XXX-Genre zu tun haben - und doch ganz zum Gesamtwerk dieses Regisseurs passen, der einst im Interview mit Splatting Image sagte: "Ja, ich mag nackte Körper, weil die sehr kommerziell sind." Rein professionelles Interesse also.

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FASHION CRIMES: Ein Giallo für Komplettisten


Das Model Gloria (Teresa Leopardi, ARIZONA ROAD) muß nachts auf der Landstraße wegen einer Baustelle eine Umleitung fahren, dann bleibt ihr Wagen liegen. Sie kommt zu einer Villa, wo sie um Hilfe bitten will - stattdessen beobachtet sie dort aber einen Mord und landet mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus. Die Polizei fährt unter Leitung von Commissioner Rizzo (Anthony Franciosa, TENEBRE) zu eben jener Villa, um ihren Angaben nachzugehen - aber dort gibt es nicht nur keine Leiche zu entdecken, auch das Haus scheint schon seit zwanzig Jahren leerzustehen. Der Psychiater Contini (Miles O'Keeffe, ATOR - HERR DES FEUERS) beginnt eine Therapie mit Gloria - aber die scheint von einem mysteriösen Killer verfolgt zu werden ...

Wie so ziemlich jeder anständige Giallo ist auch dieser spät erschienene Vertreter seines Genres vornehmlich ein Erinnerungspuzzle: Ein Gewaltverbrechen ist geschehen, aber übrig davon sind nur Bruchstücke von Wahrnehmungen - in diesem Falle sowohl visueller als auch auditiver Natur: Gloria erinnert sich daran, wie ein Mann eine Frau erschlagen hat (das ist als Silhouette hinter einem Vorhang zu sehen), und hat noch die laut dröhnende Opernmusik im Ohr, die währenddessen im Radio lief und alle anderen Geräusche übertönte.

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Interview: Mark W. Travis on GOING UNDER and studio interference / Mark W. Travis über U-BOOT ACADEMY und Studioeingriffe


Deutsche Version des Interviews HIER / German translation of interview HERE

Back in the Nineties, I came across a comedy on German television starring Bill Pullman that was called U-BOOT ACADEMY - a film that seemed to be in the same vein as the POLICE ACADEMY movies, with lovably goofy characters and a delightfully silly kind of humor. Even though Michael Winslow had a small part in it, the film actually didn't have anything to do with the ACADEMY series, as I later found out - its original title was GOING UNDER. Regardless of its connection or lack thereof to the ACADEMY movies, I loved the film - its visual gags, its crazy ideas, its Zucker-style absurdity. Pullman was in his wonderful early comedy mode, and the film (which I've always seen in its dubbed version, which adds quite a lot of puns) remains endlessly quotable.

Over the years, I've always kept an eye out for other films made by GOING UNDER's director, Mark W. Travis. While Mark has worked extensively in television and theatre, GOING UNDER remains his only feature film. However, Mark went on to become a well-regarded teacher, doing acting and directing workshops all over the world, and releasing several books on directing, e.g. THE FILM DIRECTOR'S BAG OF TRICKS. You can find out more about him on his website.

After revisiting the film a few months ago and writing about it (here - a German-language review, though, like most entries in this blog), I decided to contact Mark and interview him about the film. I was surprised to hear that there was a lot of behind-the-scenes drama in post-production, and the finished film isn't what Mark wanted at all ...
Click here to read the interview.

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ARIZONA ROAD: Action mit Freund Sparefroh


Der Italiener Fabrizio De Angelis und der US-Staat Arizona haben eine besondere Beziehungen zueinander: Dort hat der gute Mann nämlich nicht nur den Wandschrank-ähnlichen Mimen Mark Gregory in gleich drei RAMBO-Rip-Offs unter dem Namen THUNDER gegen brutale Polizisten antreten lassen, sondern auch den Actionkrimi GIANT KILLER und den ganz ähnlich gearteten SAG NIE WIEDER INDIO inszeniert. Das macht vor allem deswegen Sinn, weil De Angelis, früher Produzent diverser Fulci-Streifen wie WOODOO - DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, der heiteren Mixtur ZOMBIES UNTER KANNIBALEN und des Endzeitkrachers THE RIFFS - DIE GEWALT SIND WIR, als Regisseur primär sehr sparsam unterwegs war. Kosten und Aufwand scheinen dem Mann generell zuwider gewesen zu sein, weshalb ihm die prächtige Landschaft Arizonas wohl sehr sympathisch war: Die sieht nämlich auch ohne Geld richtig üppig auf der Kinoleinwand aus.

Obwohl De Angelis in seinen späteren Jahren hauptsächlich damit beschäftigt war, mehr KARATE-KID-Rip-Offs zu drehen, als Ralph Macchio je schauen könnte, begab er sich 1991 für das Actiondrama ARIZONA ROAD doch noch mal auf vertrautes Terrain: Hier darf wie zu guten alten THUNDER-Zeiten ein armer Bursche von Autoritätsfiguren mißhandelt und verfolgt werden, bis er dann beim knallharten Rachefeldzug klare Verhältnisse schafft. Vor allem mit Polizisten scheint es De Angelis auch nicht so gehabt zu haben: Die sind bei ihm gerne mal sadistische Brutalos, korrupte Rassisten oder, wie in THE IRON GIRL, einfach überhaupt nicht hilfreich. Ergo darf auch hier ein kaltschnäuziger Großkapitalist mit einem dicken Sheriff zusammenarbeiten, der für ihn die Drecksarbeit übernimmt.

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HILFE - DIE VERWANDTEN KOMMEN - Ein echter Gammel-Bammel-Dingeding


Was haben die folgenden Dinge gemeinsam: Ein Hammer, ein Aktenordner, ein Staubwedel, eine defekte Parkuhr, ein offener Luftpolsterumschlag, eine schwarze Krawatte, drei Dutzend Eier, das Anlageformular N bei der Einkommenssteuererklärung, ein Laternenpfahl, die späten Texte von Thomas Bernhard, vier Staubsaugerbeutel, eine Baustelle, ein Eimer Sand und ein Inkassoverfahren? Völlig richtig: Sie sind allesamt lustiger als der Film HILFE - DIE VERWANDTEN KOMMEN.

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DUELL: Der archaische Kampf zwischen Mann und Monster


David Mann denkt sich nicht viel dabei, als er den schmutzigen alten Lastwagen auf dem Highway überholt, um zügig voranzukommen. Es irritiert ihn ein wenig, daß der Truckfahrer ihn nur eine Minute später selber wieder überholt. David fährt nochmal an ihm vorbei. Es ist der Beginn eines Katz-und-Maus-Spiels, in dem der Lastwagenfahrer immer gefährlicher und bedrohlicher mit David spielt, und das sich in kurzer Zeit zu einem Kampf auf Leben und Tod entwickelt.

Warum hat es der Fahrer auf David abgesehen? Hat er sich über Davids Überholmanöver geärgert? Fühlt er sich von ihm herausgefordert? Oder ist er einfach ein Irrer, der sich als König des Highways aufspielt und immer wieder wehrlose Opfer heraussucht? Wir wissen es ebensowenig wie David. Sicher ist nur, daß es der LKW-Fahrer ernst meint: Spätestens, als er versucht, mit seinem Truck David an einem Bahnübergang auf die Gleise zu schieben, während gerade ein Zug vorbeidonnert, ist klar, daß die Tempo- und Überholspielchen nur der Auftakt waren.

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THE IRON GIRL: Low-Budget-Karate mit Over-the-Top-Synchro

 
"Leute wie du sollten rappen oder steppen, aber nicht die Kundschaft neppen", empfiehlt der halbstarke Rocker in einer fast leeren Kneipe dem wie Eddie Murphy herumkieksenden schwarzen Kellner - herzlich willkommen im Synchronisationswunder THE IRON GIRL! Man kennt das ja von anderen Streifen, daß sich die deutschen Sprecher mit flapsigen Sprüchen und heiterem Geblödel die Kante geben - manchmal, um den Witz noch ein bißchen zu verstärken, wie in den Terence-Hill-und-Bud-Spencer-Filmen, und manchmal, um überhaupt welchen hineinzukriegen, wie - nunja - in den ganz frühen Terence-Hill-und-Bud-Spencer-Filmen. THE IRON GIRL geht da noch einen Schritt weiter: Die Synchronmeister schienen sich derart bei dem billig inszenierten Karatefilmchen gelangweilt zu haben, daß sie nicht nur herumblödeln, sondern sich dabei sogar über den Film lustig machen.

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BLACK ZOMBIES: Die Rache der ausgebeuteten Kolonien


Da sind wir wieder im Land der vermeintlichen Fortsetzungen: DEMONI 3 nennt sich dieser hübsche kleine Zombiestreifen von Umberto Lenzi und verweist damit auf die beiden Horrorsausen DEMONI und DEMONI 2 von Lamberto Bava. Dabei ist er auf keinen Fall zu verwechseln mit Michele Soavis DEMONS 3 (eigentlich: LA CHIESA) oder Bavas eigenem DEMONS 3: THE OGRE (eigentlich LA CASA DELL'ORCO). Und was haben alle diese Streifen gemeinsam? Richtig: Sie haben rein gar nichts mit den beiden DEMONI-Filmen zu tun und sind komplett eigenständige Filme. (Rein aus Spaß wird Bavas DEMONS 3: THE OGRE bei uns als GHOSTHOUSE II vermarktet, mit dessen Vorgänger er ebensowenig zu tun hat. Schall und Rauch.)

Viel passender für den vorliegenden Lenzi-Film sind da schon die Alternativtitel: BLACK DEMONS im Englischen, BLACK ZOMBIES im Deutschen. Die Story dreht sich um drei Studenten auf Brasilienreise: Jessica, ihren Bruder Dick und ihren Lover Kevin. In Rio wohnt Dick, der sich für magische Rituale interessiert, einer Beschwörungszeremonie bei und gerät dabei in den Bann eines unheimlichen Kultes. Bei der Weiterreise finden unsere drei Freunde eine abgelegene Fazenda, eine alte Plantage, wo sie zusammen mit dem Brasilianer José, seiner Freundin Sonja und deren Haushälterin Maria bleiben. Dick wendet die Magie des Rituals an und weckt damit sechs vor langer Zeit verstorbene Sklaven auf, die seinerzeit auf der Plantage brutal hingerichtet wurden und nun Rache suchen ...